Alles auf Anfang

Das ist mein erster Eintrag auf meiner neuen Website, nachdem man den falschen Leuten vertraut hat und sich damit auf den Arsch gesetzt hat, probiere ich mich jetzt mit WordPress selber.

Vor fast einem Jahr habe ich mich dazu entschlossen meine Reisen mit allen zu teilen. Ich habe damals aber definitiv nicht geglaubt wie schwer das ganze sein wird. Neben der Planung neuer Reisen, dem regulären Job und den Reisen ist das dann doch eine Menge arbeit, für NUR nebenbei.

Dieses Jahr war sehr interessant für mich, ich habe so unglaublich viele neue Leute kennengelernt und definitiv neue Freunde Mit unserer diesjährigen Reise über den Balkan hatten mein Vater und ich eigentlich schon ein Highlight, doch das ist mir nicht genug. Deshalb werde ich Ende Oktober für einen Monat nach Marokko aufbrechen.

 

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Griechenland Juli 2017
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Der fiese Reifenbeißer ist da

Am Morgen geht es für mich gaaaaaanz langsam los gegen 10 krieche ich aus dem Bett und Frühstücke erst einmal. Mein weg führt mich heute über 150 km gut ausgebaute Straße nach Midelt. 

Ein Canyon nach dem nächsten wird durchquert und schubs bin ich in Midelt. Dort angekommen lasse ich mich auf dem Campingplatz Murcipal nieder. Mein Plan ist erst einmal neue Schuhe zu finden und dann morgen den Ayachi und den Cirque de Jaaffar zu fahren. Soweit der Plan. An der Anmeldung lerne ich Hassan kennen es ist der Cousin des Besitzers, er verspricht mir mit mir Schuhe zu suchen. Wir gehen einen Laden nach dem nächsten ab, alle lachen immer nur wenn er die Größen 46 erwähnt. Hier in Marokko ist bis Größen 44 alles gängig aber drüber? Irgendwann nach gefühlten 10 km haben wir dann endlich ein Paar gefunden. Auf dem Rückweg fängt diese Grauenhafte Geschäftsmentalität wieder an. Ich hab dir geholfen also kaufst du morgen bei mir was. Ich könnte jwtut schonwieder kotzen, keiner tut irgendetwas aus Nächstenliebe, sondern nur um seinen eigenen Profit zu Steigern.

Der Campingplatz an sich gibt mir dann noch den Rest den ich brauche um meinen Plan zu ändern. Die einzige Schlange die ich auf meiner Reise gesehen habe lag dort im Klo und die Dusche war voller Karkalaken. Tut mir leid das ist selbst für mich zu viel. Kaputte Fenster und Türen in Tschechien, verwarloste Toiletten wo nur ein loch im Boden war in Frankreich oder kacken bei -5 Grad im Holzverschlag in Finnland. Es hat mich bis jetzt alles kalt gelassen, aber sowas geht garnicht. Eine wär ja nicht so schlimm gewesen, doch so viele sind ekelhaft. 

Am nächsten Morgen mache ich mich sehr früh auf den Weg Richtung Cirque de Jaafar. Kurz vor der Einfahrt treffe ich auf eine Wandergruppe. Nach einem kurzem Gespräch mit dem Führer, wird mein Plan nochmal über den Haufen geworfen. Den Ayachi mit Motorrad zu befahren sei unmöglich, mit einer unbeladenen Crossmaschiene vielleicht. Er zeigt mir ein paar Bilder und ich sehe ein das es keinen sin macht es zu versuchen. Also geht es für mich weiter Richtung Jaafar. 

Genau wie der Lago Maggiore am Anfang meiner Tour wurde immer gesagt: “ Den mussman gefahren haben“, und wieder stellt sich mir die Frage : Warum? Tom meinte zu mir jeder der was auf seine Fahrkünste hält fährt diese Strecke. Ähm ich war da in einer Stunde durch, da hab ich auf meiner beisherigen Tour deutlich anspruchsvollere Stecken gefahren. Gut mit dem LKW wie Knut und Sonja oder mit dem Land Rover wie die 4 Verrückten aus Tanger ist die Strecke schon ziemlich übel, aber mit Motorrad kein Problem. 

Da es noch ziemlich früh am Tage ist setze ich mein Ziel ziemlich nördlich mit Guercif. Ich gebe in meinem Navi hauptsächlich Offroad ein und die Odyssee beginnt. Eine Schotterstraße schöner als die andere. Es geht 140km genau gerade auf Guercif zu, es beginnt mit sehr breiten gut ausgebauten Schotterwegen, mit ab und zu auch ein wenig Asphalt, wo der ein oder andere Absatz dann zu einem ungewollten Hüpfer einläd. Mit riesen Schritten geht es in Richtung Guercif, bis die kleinen, schmalen und verwinkelten Wege beginnen. 

Es wurd immer und immer später und ich habe keine Chance hier irgendwo mein Zelt aufzuschlagen. Rechts ist der Abhang und links die Klippe aufwärts. 15 Uhr und immernoch 50 km so langsam wird es kritisch, ich möchte nicht im dunkeln über diese Piste fahren. Es dämmert und es sind noch 20km, doch dann veginnt endlich die asphaltierte Strecke. 

Im Guercif angekommen ist es bereits dunkel, da taucht Problem 2 auf. Kein Campingplatz im Umkreis von 30 km u.d kein Platz zum Wildcampen, alles ist voll mit Olivenplantagen die grade komplett unter Wasser gestellt wurden. 

Ganz klasse dann muss ich die Nacht Wohl oder Übel in einem Hotel schlafen. Da ist auch ziemlich schnell eins mit Garage gefunden und kostet natürlich 25€ die Nacht. Aber gut was will man machen, ich hab eine Dusche und unten gibt es sogar ein Restaurant. 

Nachdem ich mich frisch gemacht habe gehe ich runter und bestelle mir eine Thunfischpizza. Es was alles nur kein Thunfisch. 

 Der nächste Tag ist weniger bis garnicht interessant deshalb geh ich da auch nicht viel mehr drauf ein. Mich führt mein Weg bis an die Küste, genauer Cala Idris und das über super ausgebaute Landstraßen. 

Und da ists passiert

Es ist ja immer erschreckend was man so für Vorurteile über bestimmte Länder hat, doch leider ist mir meine Hilfsbereitschaft zum Verhängnis geworden. Morgens als ich in Imichil nach einer Kanne Tee bei 2 Grad losfahre ist noch alles gut. Bis ins nächste kleine Dorf, ich werde von einem alten Herren angehalten. Unverschämter weise fragt er nicht nach Kleidung, Essen oder Trinken, nein er will nur Geld sehen. Ich drücke ihm die 10 Dirham in die Hand, die ich noch im Kartenfach habe. Doch er will mehr, als ich verneine merke ich nur ein zupfen am Gepäck. Da hat mir doch so eine kleine Krabbe meine Schuhe vom Motorrad geklaut! Der alte Herr grinst nur dämlich und fragt weiter nach Geld. Da es um mich herum immer mehr Leute werden, lege ich den Gang ein Drücke mit meinem Fuß den Mann weg und mach mich mit einer riesen Staubwolke auf und davon. Wie dreist muss man sein? Ich habe auf dieser Reise schon soviel gegeben, Wasserflaschen, literweise Benzin, Brot und und und. Jetzt guck ich blöd, die Schuhe sind weg. Sehr angefressen von dem ganzen, fahre ich mit ziemlich hoher Geschwindigkeit Richtung Dadesschlucht. Jetzt im nachhinein wo ich drüber nachdenke war das ziemlich blöd, denn die Straße sah so aus. 

Links der Abhang, rechts der Berg und dann nach Gegenverkehr auf der schmalen Straße. 

Gut ich hab es Überlebt, dumm war es trotzdem. Es waren nur ein paar Schuhe.

Egal, es geht für mich weiter durch geniale Landschaften wie ich sie schon die ganze Reise habe. 

In den nächsten Dörfern haben immerwieder Leute versucht mich anzuhalten. Nicht ein einziges mal habe ich gestoppt, wenn sie auf der Straße standen habe ich ziemlich gut zu verstehen gegeben das sie besser aus dem Weg gehen. Ich bin schon ziemlich verärgert gewesen und im nachhinein tut es mir auch ein wenig Leid, denn die Dorfer wo ich durchfahre sind wirklich Arm. So sehen sie jedenfalls aus und sah das erste auch. 

Irgendwann ist sie dann da, die Dades Schlucht. 

An einem kleinem Cafe in der Schlucht, entscheide ich mich einen kurzen Stop zu machen. Vor diesem Cafe steht eine alte Transalp und die kommt auch noch aus Österreich. Das könnte doch eine längere Mittagspause werden. Auf der Terrasse sitzt dann ganzceinsam ein Motorradfahrer an seinem Tisch und tippt auf dem Navi rum. Nach und nach kommen wir ins Gespräch. Es ist Tobias er hat grade sein Studium beendet und hatte bock auf ein Abenteuer. Noch besser ist das es endlich mal wieder ein Reisender in meinem Alter ist. 

(Ich kann mal wieder das Bild nicht einfügen.)

Nach einigen interessanten Reisethemen verabschieden wir uns, fahren aber in die selbe Richtung weiter. Mein Ziel? Unbekannt. Ich weiß nur das ich heute genug von Schotter und Dörfern habe, also entscheide ich mich für die Nationalstraße 10. Und ich muss sagen es ist einer der geilsten Straßen die ich je gefahren bin, das Freiheitsgefühl was wir alle auf unseren Reisen anstreben entfaltet sich komplett. Beim anblick meines Schattens merke ich das erste mal was andere in mir sehen. Egal wo man hinkommt, alle sind von meinen Reisen begeistert. Die Frage nach dem Warum?, kann ich mir nun selbst beantworten. 

Stundenlang folge ich nur dieser nie enden wollenden Geraden. 

Irgendwann als es anfängt zu dämmern muss ich mir dann doch mal Gedanken um meinen Schlafplatz machen. Mittlerweile sind es auch nurnoch 20 km bis nach Errachidia. Das schaff ich jetzt auch noch. 

Hier unten so scheint es, werden die Städte am Reißbrett geplant. Alles ist vorgerüstet für Wohnparks, Straßen komplett ausgebaut, überall Strom- und Wasseranschlüsse. 

In Errachidia finde ich dann auch schnell einen Campingplatz und lasse den Tag bei einem Lammsteak ausklingen. 

Es ist doch Winter

Meinen Plan heute den Aït Ben Haddou zu besuchen verwerfe ich ganz schnell. Die Nacht war verdammt kalt und mein warmer Schlafsack liegt in Ouzoud bei Paul. Also auf zum Campingplatz Zebra in Ouzoud. Anna meinte es gäbe eine schöne Strecke Richtung Norden zwischen Quarzazate und Demnate, also los gehts. 

Und es ist wirklich nicht gelogen, diese Route ist wunderschön gelegen. Hätte man Platz gehabt stehen zu bleiben und Fotos zu machen, hätte ich das auch getan. 

An einem breiten Stück Straße konnte ich dann wenigstens ein Foto machen, ohne gefahr zu laufen das mich gleich ein LKW umnietet.

Irgendwann in einem kleinem Bergdorf, fliegt mir doch so eine verk*****, sch*** Biene in den Helm und sticht mir genau in die untere Lippe. 

Leicht lädiert mache ich mich dann weiter nach Ouzoud. 

Dort angekommen werde ich von Paul begrüßt und wen gibt es da noch? Richtig Deutsche Touristen. Diesmal sind es 4 Sachsen die an einer Charity-Rally mitmachen. Es wird von Dresden nach Gambia gefahren, die Autos werden dort versteigert und das Geld gespendet. 

Abendessen, die Sachen noch von Paul holen und schon geht es schlafen. Die Nächte werden wie zu erwarten immer kälter, mittlerweile bin ich sehr froh mich gegen den Aït Ben Haddou und für den warmen Schlafsack entschieden zu haben. 

Schön eingepackt lässt es sich auch bei diesen Temperaturen hier wunderbar schlafen. 

Die Morgensonne hier lässt dies aber ganz schnell unerträglich warm werden. Sind es hier vor Sonnenaufgang um die 0 Grad, werden es in wenigen Minuten 10 Grad plus und mehr. Die Sachen alle neu verpackt und weiter geht es für mich Richtung Dades Schlucht. 

Ich hangel mich über kleine Straßen mit wunderbaren Aussichten durch den Atlas. Mit der ein oder anderen abenteuerlichen Brücke.

Irgendwann am Nachmittag fallen die Temperaturen immer und immer weiter. Das könnte natürlich daran liegen das ich mittlerweile wieder auf über 2000 m angekommen bin. Auf sehr engen, interessant gebauten Passstraßen geht es weiter Richtung Dades-Schlucht. 

Der kleine Ort nach diesem Pass heißt Imilchil. Schon bei der Einfahrt werde ich von einem Berber gestoppt. Sein Cousin hat eine Unterkunft und ein Restaurant. “Nicht schon wieder“- schoss mir durch den Kopf, aber da ich einen riesen Hunger habe willige ich ein und folge ihm. Der junge Mann heißt Tharek, den Namen seines Cousins habe ich leider vergessen. Ich bekomme eine Tajine mit Berberomlett und Hähnchen vorgesetzt. 

Auf meine Frage nach dem Essen, was er für bekommt antwortet er “Garnichts“ Ok ich unterhalte mich noch eine ganze weile mit den beiden und irgendwann beschließe ich dort zu bleiben, aber nicht in einem Bett ich will in meinen Schlafsack auf meine Isomatte. 

Ich darf mein Zelt also genau vor der Auberge aufbauen. 

Der Abend wird mit sehr interessanten Gesprächen gefüllt und fliegt nur so an uns vorbei. Tharek springt irgendwann auf und meint er muss mir unbedingt noch den Souvenirshop zeigen. Es geht schon wieder los, es gibt hier in Marokko kaum eine Einladung die nicht im Verkaufsgespräch endet. Aber da ich mittlerweile echt gut im abeimmeln bin, willige ich auch hier ein. Er zeigt mir da ein Teppich, hier liegt auch einer und guck mal der. Auf die Frage welche Größe mir am besten auf mein Motorrad passt bekommt er abweisend “keine“ als Antwort. Doch meinte er ein kleiner geht, zieht einen kleinen blauen Teppich aus dem Regal und erklärt mir das Muster. Ich will ihn grade wieder zurückweisen, da meinte er “Hier den schenke ich dir.“ Eigentlich will ich das Geschenk nicht annehmen aber er besteht drauf und lässt auch nicht locker. Also, ich hab jetzt Teppich Nummer 2 im Gepäck. 

Die Nacht wird kälter als erwartet, mitten in der Nacht gibt mein Handy Frostalarm. Herzlichen Glückwunsch es sind -6 Grad. Der Morgen ist nicht besser, um 8 sind es immernoch -3 Grad, aber mit der Sonne kommt auch die Wärme. Naja Wärme ist relativ, in Atlas steigt die Temperatur kaum über 20 Grad. 

Am Abend hat mir Tharek noch eine Route mitgegeben die genial sein soll. Motorrad gesattelt und auf gehts. 

Eine wunderschöne Gebirgsstraße führt mich an kleinen Bergdörfern entlang bis zu dem kleinen Ort Anergui. Dort endet dann die Straße und es geht über wanderwege weiter. Schon nach kurzer zeit werde ich aber von einem Mann gestoppt der meint es geht nicht mehr weiter, denn vor einer gab es hier einen Erdrutsch der die Strecke unpassierbar macht. Ich drehe also um und fahre wieder Richtung Imichil. Das Atlasgebirge ist unglaublich Bunt. Grüne, Rote, Gelbe und Lilafarbige Gesteinsbrocken liegen überall verteilt rum und ich hab es immer noch nicht geschafft zu suchen was das für Gestein ist. 

Auf einem der vielen Pässe im Atlas kommt man auch um den Marokkanischen Verkehr nicht rum. 

Zurück in Imichil werde ich auch schon wieder von Tharek erwartet. Und wie üblich gibt es eine Tajine zum essen, diesmal drücke ich ihm aber für beide Tage 200 Dirham in die Hand, für all das was er für mich getan hat. Und so geht dann auch ein zweiter Tag in Imichil zur neige. 

IImmer wieder diese Deutschen

Am morgen wird uns um 8 Uhr dann das Frühstück gemacht, ich packe zusammen und die beiden fahren mit Hamza in die Wüste. Am Frühstückstisch habe ich dann von Anna eine Nachricht bekommen:“Hey wo bist du jetzt? Ich bin in Quarzazate und fahre heute bis nach Agdz.“ Ok eigentlich war mein Plan nach Zagora zu fahren aber Agdz liegt nur 70 km weiter weg, dann fahr ich halt zu ihr und wir machen uns noch einen schönen Abend. Als die Dicke gesattelt und los. Mein weg führt mich beinahe den komplette weg nach Zagora an einem Palmenwald nach dem nächsten vorbei. 

Anfangs ein wenig karg, verwandeln sich die Palmen in riesige Wälder. 

Und ich fahr immer am Rand entlang. Es ist aber trotzdem beeindruckend wie abwechslungsreich die Landschaft hier unten sein kann. Denn wenige Kilometer weiter ist wieder nur karges Land mit ein paar Bergen ringsherum.

In Zagora angekomme will ich nur kurz auftanken und dann weiter fahren. Doch da kommt erst einer, dann kommt ein zweiter die immer irgendetwas von einer Werkstatt erzählen. Als dann endlich der dritte kommt weiß ich auch worum es geht. Der Gute heißt Abdullah (ich hoffe ich hab es richtig geschrieben) und er arbeitet in einer Werkstatt die ich mir nur mal schnell angucken soll. Viele haben mir von diesen Leuten erzählt, wenn du nach Zagora kommst hängt dir irgendeiner am Arsch der dein Fahrzeug reparieren will. Aber da ich einen Tag zuvor in der Wüste meinen Koffer verbogen habe kam mir das grade recht. 

Seine Bedingung war einzig und allein ein Foto vor seiner Werkstatt und ein Sticker auf dem Koffer. Sonst wollte er nichts haben, ich hab ihm dann wenigstens noch 50 Dirham gegeben was jetzt auch nicht die Welt ist aber eine gute Geste. Ein kleiner Junge schleicht dabei immer um mein Motorrad rum, als ich ihn fragte ob er sich mal draufsetzen will ist er erst ein wenig zurückhaltend doch als Abdullah ihn auf Arabisch fragte willigte er sifort ein. Ich hab ihn auf Bailey gehoben und seine Augen fingen an zu strahlen. Er wollte mir was erzählen doch ich konnte ihm erst folgen als Abdullah übersetzte. “Ich fühl mich wie bei der Dakar“ ich helfe ihm wieder runter und erzähle noch ein wenig mit Abdullah und seinen Freunden. Da kam der kleine Junge wieder mit einem Geschenk.

Ich weiß zwar immernoch nicht was es sein soll, aber es war eine kleine Geste als Dank. Irgendwann tausche ich noch die Teleffonnummer mit Abdullah und meine fahrt geht weiter Richtung Agdz. Über eine gut ausgebaute Straße geht es für mich recht schnell nach Agdz. Im Vorfeld habe ich Anna gefragt welchen Campingplatz sie ansteuert “Camping Kasbah de la Palmeraie“ soll es werden. Alles klar in Agdz angekommen ist auch alles recht gut ausgeschildert naja vis zu diesem Zeitpunkt wo einer das Schild verdreht hat. Ich halte um bei Google Maps nach dem Campingplatz zu schauen da kommt gleich der nächste der mich anspricht. Es ist ein Professor der Astronomie hier in Marokko und er führt immer die Kurse mit deutschen Studenten in der Wüste M’hamid. Er läd mich später nach einem kleinen Gespräch zum Tee ein, doch auch bis jetzt hab ich nach seiner Wegbeschreibung keinen Ort gefunden wo er sich aufhält. Aber er zeigt mir den Weg zum Campingplatz. Dort angekommen werde ich schon Empfangen und rumgeführt. Und ab da dachte ich ich bin im falschen Film. Wir sind keine 10m gegangen da kommt so von hinten rechts der Kommentar “och das darf doch jetzt nicht war sein ist man denn nirgends alleine?“ ich dreh mich um und da sitzt Knut. Er hat vor 3 Tagen Sonja zum Flughafen gebracht und ist nochmal Richtung Süden aufgebrochen. Und wieder stimmt es, überall nur Deutsche. Der Kerl der mich in empfang genommen hat ist sichtlich irritiert, aber wir klären ihn dann schnell beide auf, das wir uns vor gut 2 Wochen in Ouzoud kennengelernt haben. 

Ich unterhalte mich noch kurz mit Knut über die letzten beiden Wochen und dann baue ich auch schon mein Zelt auf. 

Auf dem Weg in die Stadt bekomme ich dann die Nachricht das Anna in der Stadt ist und nurnoch schnell einen Kaffee trinkt bevor sie zum Campingplatz kommt.

Es ist schon lustig das man als alleinreisender Ausländer hier so die Blicke auf sich zieht das jeder weiß von wem man spricht und wer sich wo befindet. Egal wo man hin kommt, ach du bist der mit der BMW. Und Anna war nicht weniger auffällig.

Für die vielen Kinder in der Straße ist man scheinbar eine Attraktion, ständig kommt jemand an gibt dir die Hand und sagt “Bonsoir bienvenue“, ich kann zwar kaum bis kein Französisch aber so etwas verstehe ich. Allein wenn man nur antwortet ziehen die kleinen mit einem grinsen im Gesicht fort. 
Am Platz angekommen gibt es ersteinmal eine herzliche Begrüßung. Sie baut ihr Zelt auf, macht sich frisch und wir gehen wieder Richtung Stadt um uns was zu essen zu suchen. Wir haben uns einiges zu erzählen somit ist der Weg auch nurnoch halb so weit.

Dank Anna ihrem super Reiseführer ist dann auch schnell das beste Restaurant in der Stadt gefunden. 

Dort angekommen treffen wir beide Leyla. Sie ist aus Frankreich und arbeitet im Winter in Marokko. Der Abend vergeht wie im fluge, die Atraßen sind Ungewöhnlich Menschenleer. Es ist Fußball und für Marokko geht es zm den WM einzug für Russland 2018. 

Aus heiterem Himmel plötzlich überall gröhlende Menschenmassen, Autokolonnen, hupende Mopend und und und. Marokko hat den Einzug geschafft, ein riesen Fest von jetzt auf gleich.

Am nächsten Morgen um 5, UM 5!!!! ertönt das erste mal das Minarett. Gut die nacht ist vorbei. Ich habe gestern Abend für mich beschlossen das ich noch ein Tag länger hier bleiben werde, diese kleine Stadt gefällt mir und außerdem habe ich dann noch ein wenig Zeit meine kleine mal komplett durchzuschauen und ein bisschen zu pflegen. 

Naja es werden dann doch 3 Tage die ich dort verbringe. Anna ist am nächsten morgen gleich nach Zagora aufgebrochen, Knut und ich machen uns noch 3 weitere schöne Tage. 

Sandkastenspiele mit Eimer und Schaufel

Der Morgen beginnt für mich früh, sehr früh. Ich möchte einmal sehen wie sich die Sonne genau am Horizont erhebt. Am Morgen ist es hier in der Wüste nicht grade warm, die Temperatur sprünge die hier hingelegt werden sind der Wahnsinn. Morgens um 6 hat es hier grade einmal 6 Grad.

Kamera wird aufgebaut und ganz wichtig für mich auf Manuelle Bedienung gestellt, da kann man nur hoffen das ich aus den letzten Tagen gelernt habe und die Fotos nicht versaue.

Die Sonne krabbelt gaaaaanz langsam über den weit entfernten Horizont. Und schon geht es los ich schieße ein Foto nach dem nächsten und ich muss sagen das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Seht selbst.

Als ich dann meine Fotostunde beendet habe wird es Zeit aufzubrechen, denn langsam wird es hier warm. Alles gepackt, Wasser gecheckt die 4 l sollten noch reichen. Los gehts, ersteinmal über den Salzsee bis in die endlosen Weiten. Irgendwann wird es Sandig und es fängt langsam an sich hier und da eine kleine Düne zu bilden und plötzlich ist man mittendrin.

Doch in einer Wüste zu sein ist nicht das selbe wie in Deutschland eine Sandpiste oder irgendein Strand. Hier unten ist man einfach plötzlich weg. Die Touareg nennen das Zeug “FaschFasch“ wenn man drauf läuft ist es sehr hart doch fährt man mit einem Fahrzeug drüber ist man sofort weg.

Zu meinem Glück ist mir das nicjt in der Wüste Passiert sondern ein wenig außerhalb. Ich mag mir garnicht vorstellen was dann passiert wäre. Mittlerweile wollte ich eigentlich schon in M’hamid sein es sind immernoch 50 von den 70 km (Luftlinie) und mein Wasser wird langsam knapp. Ich habe nurnoch einen Liter. Ich habe hier mitlerweile wieder über 30 Grad und es wird nicht kälter. Nach 2 h buddeln mit der Schaufel, hab ich sie dann auch so hingestellt das ich weiterfahren kann.

Irgendwann mal wieder im “Nichts“ findet sich eine Auberge also eine kleine Unterkunft mit Restaurant. Bei meinem Wassermangel kommt mir das grade recht. 2 Liter Wasser und eine Coke kosten hier 7€ gut wenn man berechnet das er 2 Tage braucht um das Zeug hier herzubringen ist das durchaus berechtigt.

Den Besitzer frage ich dann nach dem Weg nach M’hamid. Er meinte ich solle nur der Straße folgen, dann sei ich irgendwann in einer Oase und da könnte ich entscheiden ob ich links nach Zagora, oder rechts nach M’hamid fahre.

Los gehts weiter. Das er mit Straße keine Asphaltierte Strecke meint war mir klar aber, aber das was ich hier fahre übersteigt sämtliche Vorstellungskraft. Ich sag nur so nebenbei, ich danke Touratech für den Moterschutz den hab ich komplett zermöbelt. Es war keine Schotterpiste sondern mehr so die Seinsammlung von Obelix. Irgendwann bin ich dann auch durch und freue mich über einigermaßen angenehme Schotterwege. Ja Pustekuchen ich sehe den Wasserturm bei M’hamid schon und jetzt kommt wieder Sand. Ich bin vollkommen am Ende meiner kräfte und hebe mein Motorrad immer wieder aus dem feinem Sand auf. Mittlerweile weiß ich was Rainer bei Touratech meinte mit: “Du merkst das du ein leichteres Motorrad brauchst wenn du deine Kiste 20 mal am Tag aufheben musst.“ Weiterhelfen tut mir das hier aber grade nicht. Das Wasser neigt sich wiedereinmal dem Ende entgegen, aber auch die Wüste. Die Dünen werden kleiner und mittlerweile geht das auch wieder recht gut zu fahren.

Ich komme ein wenig nördlich von M’hamid raus und komme über Asphaltierte Straßen völlig fertig in das Dorf. Da werde ich doch von einem Touareg angehalten der mir sagt “Du weißt schon das die Straße dahinten Endet?“. Ich weiß nicht warum aber ich musste herzlichst lachen, anfangs hat er sich ein wenig angepisst gefühlt aber als ich ihm dann sagte das ich es weiß weil ich grade von da komme, verstummen plötzlich alle um mich rum.

(Hier muss ich kurz was einwerfen. Zu diesem Zeitpunkt war für mich die ganze Wüste da unten der Erg Chegagga.)

“Wie du bist ganz allein mit dem Motorrad durch den Erg Chegagga gefahren?“ “Ja warum denn nicht ich bin jetzt aber komplett am Ende meiner Kräfte angekommen.“

Es wurde mir eine Coke gebracht, ein Stuhl hier ein Tee, da ein Tee ein Schal hab ich auch einfach so bekommen. Der Gute Mann der mich gestoppt hatte heißt Hamza er läd mich dazu ein Abends im Saharacamp sein Gast zu sein. Als ich fragte was es denn kosten würde sagte er garnichts. Naja also Essen müsste ich bezahlen aber ganz ehrlich das war mir bei dieser Gastfreundschaft echt egal.

Und schon hab ich den nächsten Passagier. “Nimm den Jungen mal mit ins Camp, er zeigt dir den Weg und macht dir auch einen Tee“

Also ab samt Passagier durch die kleinen Dünen. Ich muss sagen so langsam hab ich das mit dem Sandfahren raus. Nach vielleicht 4 km Sandpiste sind wir in dem kleinen beschaulichen Camp angekommen.

Nach einer Dusche, wo ich hin und her springen musste um nass zu werden, gibt es einen Tee in der kleinen Hütte. Leider wollten die beiden nicht fotografiert werden und so gibt es ein Bild meiner Füße. Hat doch auch was.

Ich setz mich in die Dünen und schau einfach in die ferne als Hamza mit 2 weiteren Touristen ankommt. Die beiden stellen sich neben mich auf die Düne und sagen im perfektem Hochdeutsch “Das ist ja schön hier“. Es sind schonwieder Deutsche, die beiden sind zwar super nett aber könnte es nichtmal eine andere Nation sein. Selbst hier unten in der Wüste bin ich vor dem Deutschen Tourismus nicht sicher, wo denn dann? Ich mache noch ein paar Fotos vom Sonnenzuntergang und dann gibt eses auch schon das Abendessen. Nach dem Abendessen kommt Hamza zu mir und meinte ich solle ihm die Route zeigen welche ich gefahren bin. Als ich sie ihm zeigte fing er an zu lachen und meinte das ist nicht der Erg Chegagga den ich gefahren bin. Ich bin “NUR“ durch die Wüste von M’hamid gefahren der Erg sei noch weiter drin. Mir hat aber definitiv die “kleine“ Wüste gereicht.

Mit Nadine und Simon hab ich dann noch einen super Abend und ich lege mich heute wohl verdient in mein Zelt.

Nur Horizont, egal wohin man schaut

Ich habe heute ein erklärtes Ziel. Und zwar der Salzsee zwischen Foum-Zguide und M’ahmid. Nach einer sehr kalten Nacht auf ca. 2000m höhe, komme ich nur schwer aus dem Nest. Ich ziehe mich an und gehe ein bischen Flussabwärts. Da ich mir nicht 100% sicher bin ob das das Flussbett ist welches Markus meinte, lass ich es. Wenn ich da einmal drin bin gibt es kein zurück und das schon nach knapp 600m. Nein da nehme ich lieber die Hochstraße, da weiß ich wenigstens wo ich rauskomme. Sachen gepackt und los. 70 km grandiose Aussichten und schöne Straßen lassen mich die Schlucht schnell vergessen. 


In Tata angekommen stocke ich meine Wasservorräter auf und plane bei einer Tajine meinen weiteren Tag, als mich plötzlich jemand von der Seite anspricht. “Ist das dein Motorrad?“ Nein es waren diesmal keine Deutschen aber unsere Reisewilligen Nachbarn. Es waren 2 Hölländer die 5 Tage durch Südm Marokko touren. Was will man bitte 5 Tage in Marokko? Nach einem schönen Gespräch bekomme ich mit das die Beiden noch eine schöne Route nach Agadir suchen. Ich gebe den beiden alle Koordinaten jeder einzelnen Abbiegung die ich gefahren bin. Die beiden sind glücklich und ich satt, also kann es weitergehen.Irgendwann weit hinter Tata fängt dann auch so langsam die Wüste an. Der Sand am Straßenrand nimmt immerweiter zu und bei dem Wind heute lässt der erste Sandsturm meines Lebens nicht lange auf sich warten. 

Ich habe das Zeug jetzt überall. Der Sand ist so fein, schon fast wie Staub. Die Abreisvisiere auf meiner Brille bringen bei soetwas garnichts, der Sand setzt sich einfach dahinter. Nachdem ich dann auch meine Brille geputzt habe fahre ich weiter. Doch weit komme ich nicht, am Straßenrand stehen wilde Dromedare, die Fotos lasse ich mir nicht entgehen.


Jetzt dauertes auch nicht mehr lange und ich stehe kurz vor Foum-Zguide. Ich biege rechts ab und lasse die asphaltierte Straße für die nächsten 24 h hinter mir. 


Es ist schon ein wenig merkwürdig das mich “Nichts“ so beeindruckt. 


Irgendwann habe ich dann auch den Alten Salzsee erreicht und kann nochmal eine halbe Stunde richtig die Sau rauslassen. Gegen 16 Uhr baue ich dann mein Zelt mitten im “Nichts“ auf und freue mich auf eine zweite ruhige Nacht.

Achso und der Regen in Tata darf nicht vergessen werden. 

Endlich wieder Wildnis

Mein Ziel ist Heute Tafraoute, oder besser gesagt einr Koordinate in der Nähe. Die der beiden Markus haben mir in Tanger zu einer Schlucht geraten die wunderschön sein soll. Also hop und bloß raus aus der Stadt. Mein Weg führt mich erstmal über langweilige gerade geteerte Straßen Richtung Atlas Gebirge. 

Und da ganz plötzlich und eigentlich schon unerweartet bekomm ich dann doch noch mein Ziegenbild. 

Weiter gehts und es braucht auch nicht mehr lange bis ich die ersten Kurven in den Atlas befahre. Gegen 1 beschließe ich dann, an einer kleinen Klippe mit Aussicht, Mittag zu machen. Beim drehen passiert dann das was passieren musste.

Egal nichts passiert, aufgehoben und schon beginnt die Pause. 


Nach dem Mittag mache ich mich Schnellstmöglich auf zu den Koordinaten, denn lange hell ist es hier nicht. Wenn man Wild Campen will muss man sich am besten vor der Dunkelheit noch einen Platz suchen. 

An den Koordinaten angekommen muss ich ein wenig lachen. Seht selbst.

Er hat den Punkt genau auf der Kreuzung gesetzt, oder ich bin zu blöd diese einzugeben. Da die Straße rechts nach viel Verkehr aussieht entscheide ich mich für geradeaus. Mittlerweile bin ich bei über 2000 m ü.NN angekommen. So langsam zweifel ich echt an meinen Fähigkeiten mein Navi zu bedienen, hier oben ein Flussbett? Und tatsächlich kommt irgendwann auf der rechten Seite ein ausgetrocknetes Flussbett mit Reifenspuren. 


Ich entscheide mich den Reifenspuren zu folgen, werde dann aber wenig später im Gebirge gestoppt. Hier sind alle Spuren vorbei. 


Bei meiner Runterfahrt sehe ich dann noch ein paar Spuren im Geröll, doch mittlerweile ist es spät geworden und ich sollte mein Zelt aufbauen. Gesagt getan.


Es wird Dunkel, ich setze mich auf meinen kleinen Steinhaufen und schaue in den Himmel. Nach und nach zeigen sich mehr Sterne irgendwann ist dann auch die Milchstraße mit bloßem Auge zu sehen. Es sieht einfach Gigantisch aus, man fühlt sich irgendwie wie unter einer großen Kuppel. Ich mache ein paar Fotos und dann ab ins Nest, der nächste Tag wird anstrengend.