Sandkastenspiele mit Eimer und Schaufel

Der Morgen beginnt für mich früh, sehr früh. Ich möchte einmal sehen wie sich die Sonne genau am Horizont erhebt. Am Morgen ist es hier in der Wüste nicht grade warm, die Temperatur sprünge die hier hingelegt werden sind der Wahnsinn. Morgens um 6 hat es hier grade einmal 6 Grad.

Kamera wird aufgebaut und ganz wichtig für mich auf Manuelle Bedienung gestellt, da kann man nur hoffen das ich aus den letzten Tagen gelernt habe und die Fotos nicht versaue.

Die Sonne krabbelt gaaaaanz langsam über den weit entfernten Horizont. Und schon geht es los ich schieße ein Foto nach dem nächsten und ich muss sagen das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Seht selbst.

Als ich dann meine Fotostunde beendet habe wird es Zeit aufzubrechen, denn langsam wird es hier warm. Alles gepackt, Wasser gecheckt die 4 l sollten noch reichen. Los gehts, ersteinmal über den Salzsee bis in die endlosen Weiten. Irgendwann wird es Sandig und es fängt langsam an sich hier und da eine kleine Düne zu bilden und plötzlich ist man mittendrin.

Doch in einer Wüste zu sein ist nicht das selbe wie in Deutschland eine Sandpiste oder irgendein Strand. Hier unten ist man einfach plötzlich weg. Die Touareg nennen das Zeug “FaschFasch“ wenn man drauf läuft ist es sehr hart doch fährt man mit einem Fahrzeug drüber ist man sofort weg.

Zu meinem Glück ist mir das nicjt in der Wüste Passiert sondern ein wenig außerhalb. Ich mag mir garnicht vorstellen was dann passiert wäre. Mittlerweile wollte ich eigentlich schon in M’hamid sein es sind immernoch 50 von den 70 km (Luftlinie) und mein Wasser wird langsam knapp. Ich habe nurnoch einen Liter. Ich habe hier mitlerweile wieder über 30 Grad und es wird nicht kälter. Nach 2 h buddeln mit der Schaufel, hab ich sie dann auch so hingestellt das ich weiterfahren kann.

Irgendwann mal wieder im “Nichts“ findet sich eine Auberge also eine kleine Unterkunft mit Restaurant. Bei meinem Wassermangel kommt mir das grade recht. 2 Liter Wasser und eine Coke kosten hier 7€ gut wenn man berechnet das er 2 Tage braucht um das Zeug hier herzubringen ist das durchaus berechtigt.

Den Besitzer frage ich dann nach dem Weg nach M’hamid. Er meinte ich solle nur der Straße folgen, dann sei ich irgendwann in einer Oase und da könnte ich entscheiden ob ich links nach Zagora, oder rechts nach M’hamid fahre.

Los gehts weiter. Das er mit Straße keine Asphaltierte Strecke meint war mir klar aber, aber das was ich hier fahre übersteigt sämtliche Vorstellungskraft. Ich sag nur so nebenbei, ich danke Touratech für den Moterschutz den hab ich komplett zermöbelt. Es war keine Schotterpiste sondern mehr so die Seinsammlung von Obelix. Irgendwann bin ich dann auch durch und freue mich über einigermaßen angenehme Schotterwege. Ja Pustekuchen ich sehe den Wasserturm bei M’hamid schon und jetzt kommt wieder Sand. Ich bin vollkommen am Ende meiner kräfte und hebe mein Motorrad immer wieder aus dem feinem Sand auf. Mittlerweile weiß ich was Rainer bei Touratech meinte mit: “Du merkst das du ein leichteres Motorrad brauchst wenn du deine Kiste 20 mal am Tag aufheben musst.“ Weiterhelfen tut mir das hier aber grade nicht. Das Wasser neigt sich wiedereinmal dem Ende entgegen, aber auch die Wüste. Die Dünen werden kleiner und mittlerweile geht das auch wieder recht gut zu fahren.

Ich komme ein wenig nördlich von M’hamid raus und komme über Asphaltierte Straßen völlig fertig in das Dorf. Da werde ich doch von einem Touareg angehalten der mir sagt “Du weißt schon das die Straße dahinten Endet?“. Ich weiß nicht warum aber ich musste herzlichst lachen, anfangs hat er sich ein wenig angepisst gefühlt aber als ich ihm dann sagte das ich es weiß weil ich grade von da komme, verstummen plötzlich alle um mich rum.

(Hier muss ich kurz was einwerfen. Zu diesem Zeitpunkt war für mich die ganze Wüste da unten der Erg Chegagga.)

“Wie du bist ganz allein mit dem Motorrad durch den Erg Chegagga gefahren?“ “Ja warum denn nicht ich bin jetzt aber komplett am Ende meiner Kräfte angekommen.“

Es wurde mir eine Coke gebracht, ein Stuhl hier ein Tee, da ein Tee ein Schal hab ich auch einfach so bekommen. Der Gute Mann der mich gestoppt hatte heißt Hamza er läd mich dazu ein Abends im Saharacamp sein Gast zu sein. Als ich fragte was es denn kosten würde sagte er garnichts. Naja also Essen müsste ich bezahlen aber ganz ehrlich das war mir bei dieser Gastfreundschaft echt egal.

Und schon hab ich den nächsten Passagier. “Nimm den Jungen mal mit ins Camp, er zeigt dir den Weg und macht dir auch einen Tee“

Also ab samt Passagier durch die kleinen Dünen. Ich muss sagen so langsam hab ich das mit dem Sandfahren raus. Nach vielleicht 4 km Sandpiste sind wir in dem kleinen beschaulichen Camp angekommen.

Nach einer Dusche, wo ich hin und her springen musste um nass zu werden, gibt es einen Tee in der kleinen Hütte. Leider wollten die beiden nicht fotografiert werden und so gibt es ein Bild meiner Füße. Hat doch auch was.

Ich setz mich in die Dünen und schau einfach in die ferne als Hamza mit 2 weiteren Touristen ankommt. Die beiden stellen sich neben mich auf die Düne und sagen im perfektem Hochdeutsch “Das ist ja schön hier“. Es sind schonwieder Deutsche, die beiden sind zwar super nett aber könnte es nichtmal eine andere Nation sein. Selbst hier unten in der Wüste bin ich vor dem Deutschen Tourismus nicht sicher, wo denn dann? Ich mache noch ein paar Fotos vom Sonnenzuntergang und dann gibt eses auch schon das Abendessen. Nach dem Abendessen kommt Hamza zu mir und meinte ich solle ihm die Route zeigen welche ich gefahren bin. Als ich sie ihm zeigte fing er an zu lachen und meinte das ist nicht der Erg Chegagga den ich gefahren bin. Ich bin “NUR“ durch die Wüste von M’hamid gefahren der Erg sei noch weiter drin. Mir hat aber definitiv die “kleine“ Wüste gereicht.

Mit Nadine und Simon hab ich dann noch einen super Abend und ich lege mich heute wohl verdient in mein Zelt.

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4 Kommentare zu „Sandkastenspiele mit Eimer und Schaufel

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