Und da ists passiert

Es ist ja immer erschreckend was man so für Vorurteile über bestimmte Länder hat, doch leider ist mir meine Hilfsbereitschaft zum Verhängnis geworden. Morgens als ich in Imichil nach einer Kanne Tee bei 2 Grad losfahre ist noch alles gut. Bis ins nächste kleine Dorf, ich werde von einem alten Herren angehalten. Unverschämter weise fragt er nicht nach Kleidung, Essen oder Trinken, nein er will nur Geld sehen. Ich drücke ihm die 10 Dirham in die Hand, die ich noch im Kartenfach habe. Doch er will mehr, als ich verneine merke ich nur ein zupfen am Gepäck. Da hat mir doch so eine kleine Krabbe meine Schuhe vom Motorrad geklaut! Der alte Herr grinst nur dämlich und fragt weiter nach Geld. Da es um mich herum immer mehr Leute werden, lege ich den Gang ein Drücke mit meinem Fuß den Mann weg und mach mich mit einer riesen Staubwolke auf und davon. Wie dreist muss man sein? Ich habe auf dieser Reise schon soviel gegeben, Wasserflaschen, literweise Benzin, Brot und und und. Jetzt guck ich blöd, die Schuhe sind weg. Sehr angefressen von dem ganzen, fahre ich mit ziemlich hoher Geschwindigkeit Richtung Dadesschlucht. Jetzt im nachhinein wo ich drüber nachdenke war das ziemlich blöd, denn die Straße sah so aus. 

Links der Abhang, rechts der Berg und dann nach Gegenverkehr auf der schmalen Straße. 

Gut ich hab es Überlebt, dumm war es trotzdem. Es waren nur ein paar Schuhe.

Egal, es geht für mich weiter durch geniale Landschaften wie ich sie schon die ganze Reise habe. 

In den nächsten Dörfern haben immerwieder Leute versucht mich anzuhalten. Nicht ein einziges mal habe ich gestoppt, wenn sie auf der Straße standen habe ich ziemlich gut zu verstehen gegeben das sie besser aus dem Weg gehen. Ich bin schon ziemlich verärgert gewesen und im nachhinein tut es mir auch ein wenig Leid, denn die Dorfer wo ich durchfahre sind wirklich Arm. So sehen sie jedenfalls aus und sah das erste auch. 

Irgendwann ist sie dann da, die Dades Schlucht. 

An einem kleinem Cafe in der Schlucht, entscheide ich mich einen kurzen Stop zu machen. Vor diesem Cafe steht eine alte Transalp und die kommt auch noch aus Österreich. Das könnte doch eine längere Mittagspause werden. Auf der Terrasse sitzt dann ganzceinsam ein Motorradfahrer an seinem Tisch und tippt auf dem Navi rum. Nach und nach kommen wir ins Gespräch. Es ist Tobias er hat grade sein Studium beendet und hatte bock auf ein Abenteuer. Noch besser ist das es endlich mal wieder ein Reisender in meinem Alter ist. 

(Ich kann mal wieder das Bild nicht einfügen.)

Nach einigen interessanten Reisethemen verabschieden wir uns, fahren aber in die selbe Richtung weiter. Mein Ziel? Unbekannt. Ich weiß nur das ich heute genug von Schotter und Dörfern habe, also entscheide ich mich für die Nationalstraße 10. Und ich muss sagen es ist einer der geilsten Straßen die ich je gefahren bin, das Freiheitsgefühl was wir alle auf unseren Reisen anstreben entfaltet sich komplett. Beim anblick meines Schattens merke ich das erste mal was andere in mir sehen. Egal wo man hinkommt, alle sind von meinen Reisen begeistert. Die Frage nach dem Warum?, kann ich mir nun selbst beantworten. 

Stundenlang folge ich nur dieser nie enden wollenden Geraden. 

Irgendwann als es anfängt zu dämmern muss ich mir dann doch mal Gedanken um meinen Schlafplatz machen. Mittlerweile sind es auch nurnoch 20 km bis nach Errachidia. Das schaff ich jetzt auch noch. 

Hier unten so scheint es, werden die Städte am Reißbrett geplant. Alles ist vorgerüstet für Wohnparks, Straßen komplett ausgebaut, überall Strom- und Wasseranschlüsse. 

In Errachidia finde ich dann auch schnell einen Campingplatz und lasse den Tag bei einem Lammsteak ausklingen. 

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